Thin Content
Thin Content: Warum weniger oft mehr ist
In Bezug auf die Qualität von Web-Content hat vor kurzem ein fundamentaler Paradigmenwechsel stattgefunden. Sprach man in SEO-Kreisen bis Anfang 2022 noch gebetsmühlenartig von Mindestlängen für Artikel (oft zwischen 400 und 600 Wörtern), so stehen heute zunehmend Maximallängen und die präzise Informationsdichte im Fokus.
Googles Search Advocate John Müller (Johannes Müller) hat dazu am 19. Dezember 2022 auf Mastodon eine spannende Perspektive geteilt: Google-intern werde beim Thema Thin Content eher über die Vermeidung unnötiger Aufblähung als über das Erreichen von Wortzahlen diskutiert.
Was genau ist Thin Content?
Unter „dünnem Inhalt“ versteht man Webseiten mit wenig oder gar keinem Informationsgehalt. Diese wurden oft primär erstellt, um Suchmaschinen-Algorithmen zu füttern, statt echte Nutzerfragen zu beantworten. Typische Beispiele für Thin Content sind:
- Automatisch generierte Texte, die zwar grammatikalisch korrekt wirken, aber keine Substanz bieten.
- Kopierte Inhalte (Duplicate Content), die keinen eigenen Mehrwert hinzufügen.
- „Doorway Pages“, die nur dazu dienen, Nutzer auf andere Ziele weiterzuleiten.
- Texte, die primär aus nichtssagendem Füllmaterial („Fluff“) bestehen, um künstlich eine Wortzahl zu erreichen.
Qualität schlägt Quantität
Die Argumentation von John Müller ist ein Weckruf für die Branche: Wenn ein Artikel keinen echten Mehrwert liefert, verschwenden kurze Texte immerhin weniger Zeit des Nutzers. In der modernen SEO gilt: „In der Kürze liegt die Würze“ – sofern die Antwort präzise ist.
Google bewertet Content heute nach dem E-E-A-T-Prinzip (Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit). Ein Artikel, der eine komplexe Frage in 200 Wörtern brillant beantwortet, ist für Google wertvoller als ein 1.000-Wörter-Aufsatz, der um den heissen Brei herumredet.
Konzentrieren Sie sich darauf, die Suchintention Ihrer Zielgruppe exakt zu treffen. Je höher die Qualität und Relevanz Ihrer Informationen ist, desto grösser ist die Chance auf eine dauerhafte Indexierung und Top-Rankings. Schreiben Sie für Menschen, nicht für Zählprogramme.


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