Google Search Console Markenfilter

GSC-Update 2026: Der Markenfilter – Endlich Klarheit über den echten SEO-Erfolg

Wer die Google Search Console (GSC) regelmässig nutzt, kennt das Dilemma: Die Gesamtzahl der Klicks sieht beeindruckend aus, doch wie viel davon ist wirklich das Ergebnis harter SEO-Arbeit? In der Vergangenheit haben wir bereits ausführlich über die Grundlagen der Google Search Console berichtet. Doch seit dem 11. März 2026 gibt es eine Neuerung, die die Analyse revolutioniert: Der neue Google Search Console Markenfilter.

Dieses Update ermöglicht es Ihnen, mit nur einem Klick zwischen Marken-Traffic (Branded) und Entdeckungs-Traffic (Non-Branded) zu unterscheiden. Dies ist kein blosses technisches Feature, sondern ein entscheidender Schritt für eine ehrliche Bewertung Ihrer Online-Strategie.

Die Trennung von Bekanntheit und Entdeckung

Warum ist diese Unterscheidung so wichtig? Eine Webseite, die primär durch Markensuchanfragen wächst, profitiert von ihrem Ruf, gutem Marketing oder Weiterempfehlungen. Das ist grossartig, sagt aber wenig über die Qualität der Suchmaschinenoptimierung aus.

Echtes organisches Wachstum findet im Bereich der Non-Branded-Anfragen statt. Hier suchen Nutzer nach Lösungen, Produkten oder Antworten, ohne den Namen des Anbieters im Kopf zu haben. Der neue Filter macht diese Grenze nun transparent und teilt den Performance-Bericht in zwei Lager:

  • Markenanfragen: Zeigt die Leistung für Suchen nach dem Firmennamen oder spezifischen Markenprodukten.
  • Ohne Markenbezug: Deckt alle «Discovery»-Anfragen ab – also den Verkehr von Nutzern, die die Seite erst über ihre Inhalte entdecken.

Intelligente Klassifizierung statt starrer Listen

Das Besondere an diesem Update ist die technologische Basis. Google setzt hier nicht auf einfache Keyword-Listen oder komplizierte Filterregeln, die man manuell pflegen müsste. Stattdessen arbeitet im Hintergrund ein KI-unterstütztes System.

Dieses System bietet entscheidende Vorteile für die tägliche Analyse:

  1. Erkennung von Variationen: Die KI erkennt Tippfehler, Abkürzungen und markenspezifische Begriffe automatisch – und das sogar sprachübergreifend.
  2. Kontextuelle Zuordnung: Einzigartige Produktnamen, die so eng mit einer Webseite verbunden sind, dass sie als Marke gelten, werden korrekt einsortiert, selbst wenn der Firmenname fehlt.
  3. Direkte Übersicht: In den «Search Console Insights» gibt es nun eine neue Rubrik. Sie zeigt auf einen Blick das prozentuale Verhältnis zwischen Marken- und Entdeckungs-Traffic an.

Damit der Filter erscheint, muss es sich um eine «Top-Level-Domain-Property» handeln. Subdomains oder Verzeichnis-Properties (z. B. domain.de/shop) werden derzeit nicht unterstützt. Zudem benötigt die KI ein gewisses Mindestvolumen an Anfragen, um eine zuverlässige Klassifizierung vorzunehmen.

Strategische Vorteile durch den Google Search Console Markenfilter

Die native Trennung der Daten bietet jedem, der eine Webseite verwaltet, völlig neue Diagnosemöglichkeiten:

  1. Das wahre SEO-Wachstum messen

Wenn Sie neue Inhalte veröffentlichen oder technische Optimierungen vornehmen, wollen Sie sehen, wie sich die Sichtbarkeit bei generischen Begriffen entwickelt. Durch das Ausfiltern der Markenanfragen sehen Sie sofort, ob Ihre SEO-Massnahmen neue Nutzergruppen erreichen oder ob Sie lediglich «Bestandskunden» einsammeln, die ohnehin nach Ihnen gesucht hätten.

  1. Marketing-Kampagnen besser verstehen

Läuft eine Offline-Kampagne, ein Radio-Spot oder eine Social-Media-Aktion? Solche Massnahmen treiben in der Regel die Markensuchanfragen nach oben. Mit dem GSC-Filter können Sie diesen Hype isolieren und prüfen, ob neben der Markenbekanntheit auch das allgemeine Interesse an Ihren Themen gestiegen ist.

  1. Frühwarnsystem bei Algorithmus-Updates

Bei Google-Updates war es bisher oft schwer zu sagen: «Haben wir Rankings verloren, weil unsere Marke an Autorität eingebüsst hat, oder sind unsere Ratgeber-Artikel schlechter platziert?» Der Filter gibt die Antwort. Wenn der Non-Branded-Traffic sinkt, während der Branded-Traffic stabil bleibt, liegt das Problem meist in der inhaltlichen Relevanz oder technischen Qualität der Unterseiten.

  1. Identifikation von Content-Lücken

Ein hoher Markenanteil ist ein Kompliment für Ihr Branding, zeigt aber auch eine Abhängigkeit auf. Wenn kaum Nutzer über allgemeine Begriffe auf Ihre Seite finden, liegt hier ein riesiges Potenzial brach. Der Filter hilft dabei, genau diese Wachstumsgrenze zu visualisieren und die Content-Strategie entsprechend anzupassen.

So finden und nutzen Sie die Funktion

Der Filter ist direkt in den Statistiken der Search Console unter den Suchanfragen zu finden. In der Rubrik «Markenbezogener Traffic» können Sie sehen wie viele Klicks prozentual über den Traffic-Typ «Markenbezogen» und «Ohne Markenbezug» über Ihre Webseite generiert wurde.

Es empfiehlt sich, die Daten regelmässig zu prüfen, da die KI-Klassifizierung dynamisch ist. Gelegentlich können Grenzfälle auftreten, doch für die strategische Gesamtplanung bietet das Tool eine Präzision, die früher nur mit extremem manuellem Aufwand möglich war.

Transparenz führt zu besseren Entscheidungen

Dieser Markenfilter ist keine blosse Kosmetik. Er adressiert eine der wichtigsten Fragen im Online-Marketing: Werden wir gefunden, weil wir bekannt sind, oder weil wir die besten Antworten liefern? Da Google diese Daten nun sauber getrennt liefert, erhält jeder Webseiten-Betreiber ein mächtiges Werkzeug, um seine SEO-Strategie besser zu steuern und echten Fortschritt von reinem Markenrauschen zu unterscheiden.

Schauen Sie noch heute in Ihre Search Console: Wie viel Ihres Erfolgs ist aus markenbezogenen Suchanfragen und wie viel aus allgemeinen Suchanfragen?